[Intro]

Drei Schläge gegen gelbes Blech,
ein langer Ton durchs Treppenhaus.
Zwölf Schilder stehen noch am Platz.
Ein Zettel drüber: „verkauft“, nichts sonst.

[Verse]

Frau Krüger schließt um sieben auf,
der Schlüssel hakt wie jeden Tag.
Bei Haddad liegt ein brauner Umschlag,
ein fremdes Logo blinkt im Fenster,
wo sonst der Wochenplan noch hing.

[Pre-Chorus]

Kein Mensch kam, um uns zu fragen,
kein Blick fiel auf ein Namensschild.
Nur eine Nummer, eine Summe —
zwölf Türen auf einem Bild.

[Chorus]

Der gelbe Briefkasten trägt zwölf Namen,
zwölf Schlüssel, zwölf Stimmen im Haus.
Sie kaufen Wände, vermessen Jahre,
doch kein Vertrag löscht ein Zuhause aus.
Der gelbe Briefkasten bleibt an der Wand,
auch wenn jetzt „verkauft“ darüber stand.

[Verse]

Der Brief beginnt mit „Sehr geehrte“,
als wäre Höflichkeit ein Dach.
Er nennt uns Chancen, Licht und Fenster,
nicht, wer die neue Miete zahlt.
Mara liest ihn zweimal, dann ganz laut.

[Pre-Chorus]

Im ersten Stock geht eine Tür auf,
dann oben eine zweite Tür.
Man steht im Flur, hält denselben Brief
und fragt zum ersten Mal: „Auch ihr?“

[Chorus]

Der gelbe Briefkasten trägt zwölf Namen,
zwölf Schlüssel, zwölf Stimmen im Haus.
Sie kaufen Wände, vermessen Jahre,
doch kein Vertrag löscht ein Zuhause aus.
Der gelbe Briefkasten bleibt an der Wand,
auch wenn jetzt „verkauft“ darüber stand.

[Instrumental Break]

[Bridge]

Vielleicht beginnt ein Widerstand
nicht mit Parolen, nicht mit Wut,
sondern auf dem Treppenabsatz,
mit einem Brief in einer Hand.

[Final Chorus]

Der gelbe Briefkasten trägt zwölf Namen,
zwölf Schlüssel, zwölf Stimmen im Haus.
Sie kaufen Wände, vermessen Jahre,
doch kein Vertrag löscht ein Zuhause aus.
Der gelbe Briefkasten bleibt an der Wand,
auch wenn jetzt „verkauft“ darüber stand.

Und unter dem Zettel, mit Bleistift, ganz klein,
steht: „Wir bleiben.“ Nichts weiter. Das reicht.

[Outro]

Drei Schläge gegen gelbes Blech,
ein langer Ton, Stock für Stock.
Eine Tür bleibt diesmal offen.
Zwölf Namen stehen an der Wand.

Noch.
